Handy-Banking neu auch in Afghanistan – und in der Schweiz
Nachdem Vodafone zusammen mit Citigroup bereits im März 2006 Rücküberweisungen von Grossbritannien nach Kenia eingeführt hat, bringt der britische Mobilfunkkonzern zusammen mit Roshan das Konzept auch nach Afghanistan. Das neue Angebot heisst M-Paisa.
Da in Entwicklungsländern viele Menschen kein Bankkonto besitzen, ist in diesen Gebieten Mobile Banking sehr beliebt. Normalerweise kann Geld per SMS überwiesen werden, indem der Nachrichtenempfänger den via SMS übermittelten Betrag unverzüglich bei einem nahe gelegenen Geschäft abholen kann.
«M-Paisa», wie der neue Dienst in Afghanistan heisst, wird allerdings zunächst nur Aus- und Rückzahlungen von Mikrokrediten ermöglichen. Der Geldtransfer per Mobiltelefon zwischen Personen solle aber bald folgen.
«M-Paisa» wird zu Beginn mit 50 Händlern in vier Städten (Kabul, Mazar-i-Sharif, Jalalabad und Herat) präsent sein.
Warum nicht in der Schweiz?
Wenn ein solches Projekt in Entwicklungsländern möglich ist, warum gibt es in der Schweiz keine Angebote für Handy-Banking? So bieten andere Anbieter wie TextPayMe aus Amerika und LUUPAY für die Länder Deutschland, Norwegen und England bereits gewisse Bank-Services fürs Handy an.
Laut Experten gibt es folgende Gründe:
- Benutzerfreundlichkeit: Die Tastatur und das Display machen das Erreichen einer vernünftigen Benutzerfreundlichkeit fast unmöglich.
- Mangelnde Nachfrage: Das Bedürfnis nach dieser Lösung ist nach Aussagen der Experten nicht spürbar. Dies liege bestimmt auch daran, dass man meistens irgendwo einen Internet-fähigen PC zur Verfügung hat, um Internet-Zahlungen auszuführen. Falls nötig, sogar in den Ferien.
- Zu wenig lukrativ: Generell ist Electronic Banking für die Banken nicht besonders lukrativ. Es erfordert sehr hohe Investitionen in Entwicklung und Sicherheit und bringt (praktisch) keine direkten Erträge. Trotzdem ist es ein Kundenbedürfnis, das man als Bank abdecken müsse.
Die genannten Gründe machen Sinn, trotzdem bin ich immer noch überzeugt, dass bei den Schweizer Konsumenten ein sehr grosses Bedürfnis vorhanden ist. Wer weiss, vielleicht lassen sich die Banken eines Tages trotzdem noch überzeugen – oder sie werkeln bereits an bestimmten Lösungen, nur wir wissen noch nichts davon.
Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 14. Februar 2008 um 14:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter Mobile abgelegt.
Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.
Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
Technorati Tags: , Citigroup, Electronic Banking, Handy-Banking, Internet-Zahlungen, LUUPAY, M-Paisa, Mobile-Banking, Roshan, TextPayMe, Vodafone







[...] Nun ist es also doch so weit, Handy-Banking ist auch in der Schweiz möglich. Raiffeisen führt als erste Bank in der Schweiz E-Banking via Mobiltelefon ein. [...]