Konkurrenzkampf: Internet versus Printmedien

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Das Internet ist der Feind der traditionellen Printmedien: Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht des amerikanischen Forschungscenters PEW-Internet and American Life Project. Und wie stark ist das Internet in Deutschland und der Schweiz?

Bevor US-Amerikanerinnen und Amerikaner zu einem Printmedium wie beispielsweise der Zeitung greifen, informieren sie sich zuerst im Internet. Nicht nur Zeitungen mussten im Jahr 2008 Verluste verbuchen, dasselbe Schicksal erlitten auch Radio- und Fernsehsender sowie Zeitschriften.

Obwohl die Benutzerzahlen der fünfzig wichtigsten Nachrichtenseiten um rund 24 Prozent gestiegen sind, so lässt sich dieses Wachstum noch nicht gross im Portemonnaie der verschiedenen Unternehmen verbuchen: Laut Experten seien fehlende tragkräftige Geschäftsmodelle schuld, für deren Entwicklung es an Zeit mangle.

Abräumer des Jahres sind hingegen Fernsehsender wie zum Beispiel CNN oder Fox News: Diese konnten ihre Zuschauerzahlen um rund 38 Prozent steigern. Massgeblich dazu beigetragen haben sicherlich die Berichterstattungen um die Präsidentschaftswahlen um Obama & Co.

Und: Auch die amerikanischen Medienwissenschaftler haben die steigenden Trends von Blogs und Sozialen Netzwerken erkannt.

Entwicklung in Deutschland

Betrachtet man die Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) für Deutschland, so wird es verständlich, wieso auch die Printmedien immer wie mehr vom Internetgebrauch tangiert werden: „Das Internet ist im Alltag integriert“ (keine neue Erkenntnis). Besonders interessant ist aber die Tatsache, dass sich rund 97,3 Prozent aller befragten User schon einmal über das WWW über verschiedenste Produkte informiert haben. Die Zahl macht es deutlich: Das Internet ist die Informationsquelle Nummer eins.

Gebrauch in der Schweiz

Wie die publizierten Leserzahlen der AG für Werbemedienforschung WEMF aufzeigen, lesen noch immer rund stabile 92 Prozent der Schweizer Bevölkerung täglich Zeitungen. Zudem sind noch nie so viele Zeitungen gedruckt worden wie zur jetzigen Zeit. Leider kämpft die Branche weiterhin damit, einen zunehmend stabilen und durch und durch profitablen Markt zu erschaffen. Gründe dafür sind sicherlich der starke Boom von Gratiszeitungen wie beispielsweise 20 Minuten oder .ch, die immer noch steigende Leserzahlen aufweisen können (was aufgrund der totalen Verfügbarkeit und dem Attribut „gratis“ auch nicht verwunderlich ist). Ein anderer gewichtiger Grund für die Herausforderungen im Printmarkt ist, wie erwähnt, sicherlich das Internet.

In der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft ist es nicht verwunderlich, dass das Interesse an den „klassischen“ Printmedien im Gegensatz zum Internet immer wie mehr abnimmt: Konsumentinnen und Konsumenten möchten flexibel und zu jeder Zeit News abrufen können, ohne an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden zu sein. Desweiteren verlieren die Informationen im WWW nicht an Aktualität, da diese konstant erneuert werden. Das Aufkommen von Multimediageräten wie beispielsweise des iPhones ermöglicht diesbezüglich stetiger Zugriff auf Informationsplattformen.

Nicht zuletzt sind die abnehmenden Leserzahlen der Printmedien auch finanziell bedingt: Es ist nicht verwunderlich, dass Leserinnen und Leser News lieber kostenlos über Newsplattformen im Internet beziehen, anstatt ein verhältnismässig teures Abonnement zu erstehen. Die Zeitungen können sich auch immer weniger durch Werbeeinnahmen „selbstfinanzieren“, da die Werbetreibenden längst auf eine andere, günstigere Methode setzen , bei der sie mehr Personen erreichen können und eine genaue Messbarkeit möglich ist, wodurch dann auch keine Streuverluste mehr entstehen: Werbung über das Internet.

Obwohl die Printmedien immer weniger Lesende verzeichnen, so muss doch auch gesagt werden, dass ein „Aussterben“ der Zeitungen und Zeitschriften nicht in absehbarer Nähe ist: Denn es gibt immer noch treue Leserinnen und Leser, die es schätzen, beim Lesen Papier in den Händen zu spüren. Die momentane „Krise“ kann aber auch nicht schöngeredet werden, Verlage müssen einen neuen, innovativen Weg finden, wieder an alte Leserzahlen anzuknüpfen.


Der Beitrag wurde am Donnerstag, den 2. April 2009 um 10:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter Medien, Onlinewerbung, Studien, Trends abgelegt.
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