Date: 14. April 2009 Kommentare: 1

Die Video-Plattform YouTube wird dieses Jahr einen Verlust von bis zu einer halben Milliarde US-Dollar einfahren. Dies sagt ein Analyst der Credit Suisse voraus. Andere Plattformen wie Facebook und Twitter kämpfen mit ähnlichen Problemen.
Analyst Spencer Wang, Analyst der Credit Suisse im Bereich Medien und Internet, prophezeit dem Online-Video-Anbieter eine düstere Zukunft. Obwohl YouTube, wie andere Web 2.0-Plattformen weiterhin steigende Nutzerzahlen verzeichnen kann (auch wenn keine offiziellen Zahlen herausgegeben werden: über 100 Millionen Videos sind auf der Plattform zu finden), so sind die Finanzen ein existenzielles Problem. Da das Videoportal (bis dato) kostenfrei benutzt werden kann und konstant immense finanzielle Aufwände verbucht werden (Löhne für Mitarbeitende, Strom, Urheberrechtsklagen, …), steht ein langfristiges Überleben von YouTube weiterhin in den Sternen. Diese Finanzprobleme können mit knapp 240 Millionen US-Dollar Werbeeinnahmen niemals gedeckt werden.
Auch anderen geht es nicht besser…
Ähnliche Probleme plagen auch das Soziale Netzwerk Facebook: Obwohl die Benutzerzahlen weiterhin explodieren (über 175 Millionen User sind angemeldet), fehlt immer mehr die finanzielle Grundlage; das meiste Geld der Werbeeinnahmen wird durch interne Kosten verschlungen.
In die gleiche Richtung geht es mit der Microblogging-Plattform Twitter: Weil das Netzwerk gegenwärtig einen riesigen Ansturm verzeichnet (über sieben Millionen Registrierte, kann die Technik oftmals nicht mehr mithalten und es kommt zu Ausfällen.
Das Finanzproblem von Twitter könnte sich aber auch bald lösen: Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch Google werden immer lauter.
Was wären mögliche Lösungen?
Youtube:
• Müsste YouTube über Premium-Accounts – beispielsweise für Unternehmen – spezielle Features anbieten?
Facebook
• Vermutlich wird es keinen anderen Weg geben, mehr Einnahmen zu erzielen, indem Teile der Plattform, respektive gewisse Zusatz-Services kostenpflichtig gemacht werden. Eine Möglichkeit wäre vielleicht ein ähnliches Modell wie bei der Business-Plattform Xing: User können auswählen, ob sie eine kostenfreien Account mit limitierten Funktionalitäten oder die kostenpflichtige Premium-Version möchten.
Twitter
• Die Übernahme durch Google würde zwar für zusätzliche Liquidität sorgen, aber ein neues Business-Modell ist damit noch nicht erfunden. Vielleicht könnte die Plattform dann allerdings über AdWords finanziert werden? Allerdings hat der Kauf von YouTube durch bis dato auch nicht dazu geführt, dass die Plattform profitabel wurde.
Soziale Netzwerke erleben gegenwärtig einen regelrechten Boom. Spannend bleibt die Frage, ob sich der Traffic und die Profile künftig monetarisieren lassen – und wie die einzelnen Plattformen die Probleme angehen werden. Wie sieht die Web 2.0-Welt wohl in ein paar Jahren aus?
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Kategorien: Onlinewerbung, Social Network, Studien, Web 2.0 Technorati Tags: Analyst, Übernahme, Credit Suisse, Facebook, Google, Plattform, Profitabel, Social Network, Spencer Wang, Studie, Trend, Twitter, Verlust, Werbeeinnahmen, Werbung, Youtube
Date: 2. April 2009 Kommentare: 0

Das Internet ist der Feind der traditionellen Printmedien: Zu diesem Schluss kommt der Jahresbericht des amerikanischen Forschungscenters PEW-Internet and American Life Project. Und wie stark ist das Internet in Deutschland und der Schweiz?
Bevor US-Amerikanerinnen und Amerikaner zu einem Printmedium wie beispielsweise der Zeitung greifen, informieren sie sich zuerst im Internet. Nicht nur Zeitungen mussten im Jahr 2008 Verluste verbuchen, dasselbe Schicksal erlitten auch Radio- und Fernsehsender sowie Zeitschriften.
Obwohl die Benutzerzahlen der fünfzig wichtigsten Nachrichtenseiten um rund 24 Prozent gestiegen sind, so lässt sich dieses Wachstum noch nicht gross im Portemonnaie der verschiedenen Unternehmen verbuchen: Laut Experten seien fehlende tragkräftige Geschäftsmodelle schuld, für deren Entwicklung es an Zeit mangle.
Abräumer des Jahres sind hingegen Fernsehsender wie zum Beispiel CNN oder Fox News: Diese konnten ihre Zuschauerzahlen um rund 38 Prozent steigern. Massgeblich dazu beigetragen haben sicherlich die Berichterstattungen um die Präsidentschaftswahlen um Obama & Co.
Und: Auch die amerikanischen Medienwissenschaftler haben die steigenden Trends von Blogs und Sozialen Netzwerken erkannt.
Entwicklung in Deutschland
Betrachtet man die Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) für Deutschland, so wird es verständlich, wieso auch die Printmedien immer wie mehr vom Internetgebrauch tangiert werden: „Das Internet ist im Alltag integriert“ (keine neue Erkenntnis). Besonders interessant ist aber die Tatsache, dass sich rund 97,3 Prozent aller befragten User schon einmal über das WWW über verschiedenste Produkte informiert haben. Die Zahl macht es deutlich: Das Internet ist die Informationsquelle Nummer eins.
Gebrauch in der Schweiz
Wie die publizierten Leserzahlen der AG für Werbemedienforschung WEMF aufzeigen, lesen noch immer rund stabile 92 Prozent der Schweizer Bevölkerung täglich Zeitungen. Zudem sind noch nie so viele Zeitungen gedruckt worden wie zur jetzigen Zeit. Leider kämpft die Branche weiterhin damit, einen zunehmend stabilen und durch und durch profitablen Markt zu erschaffen. Gründe dafür sind sicherlich der starke Boom von Gratiszeitungen wie beispielsweise 20 Minuten oder .ch, die immer noch steigende Leserzahlen aufweisen können (was aufgrund der totalen Verfügbarkeit und dem Attribut „gratis“ auch nicht verwunderlich ist). Ein anderer gewichtiger Grund für die Herausforderungen im Printmarkt ist, wie erwähnt, sicherlich das Internet.
In der heutigen, schnelllebigen Gesellschaft ist es nicht verwunderlich, dass das Interesse an den „klassischen“ Printmedien im Gegensatz zum Internet immer wie mehr abnimmt: Konsumentinnen und Konsumenten möchten flexibel und zu jeder Zeit News abrufen können, ohne an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden zu sein. Desweiteren verlieren die Informationen im WWW nicht an Aktualität, da diese konstant erneuert werden. Das Aufkommen von Multimediageräten wie beispielsweise des iPhones ermöglicht diesbezüglich stetiger Zugriff auf Informationsplattformen.
Nicht zuletzt sind die abnehmenden Leserzahlen der Printmedien auch finanziell bedingt: Es ist nicht verwunderlich, dass Leserinnen und Leser News lieber kostenlos über Newsplattformen im Internet beziehen, anstatt ein verhältnismässig teures Abonnement zu erstehen. Die Zeitungen können sich auch immer weniger durch Werbeeinnahmen „selbstfinanzieren“, da die Werbetreibenden längst auf eine andere, günstigere Methode setzen , bei der sie mehr Personen erreichen können und eine genaue Messbarkeit möglich ist, wodurch dann auch keine Streuverluste mehr entstehen: Werbung über das Internet.
Obwohl die Printmedien immer weniger Lesende verzeichnen, so muss doch auch gesagt werden, dass ein „Aussterben“ der Zeitungen und Zeitschriften nicht in absehbarer Nähe ist: Denn es gibt immer noch treue Leserinnen und Leser, die es schätzen, beim Lesen Papier in den Händen zu spüren. Die momentane „Krise“ kann aber auch nicht schöngeredet werden, Verlage müssen einen neuen, innovativen Weg finden, wieder an alte Leserzahlen anzuknüpfen.
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